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Die Autorenschar wächst weiter: Willkommen, Steffi und Sebastian!

Die Autorenschar wächst weiter: Willkommen, Steffi und Sebastian!

Persönlich kennengelernt haben wir sie auf dem Caravan Salon im vergangenen Jahr, und seitdem war eigentlich für uns auch klar: Irgendwann wollen wir Sebastian und Steffi von Arbeiten Unterwegs als Co-Autoren mit an Bord holen. Sebastian ist Experte für “dieses Internetz” und kennt sich bestens mit der Technik rund ums Wohnmobil aus. Steffi ist super fit in den Themen Social Media, E-Commerce und – Haustiere! Gemeinsam mit uns werden sie künftig die Themenpalette bei CamperStyle erweitern.

Ein Leben als Digitale Nomaden

Was genau die beiden beruflich machen, warum sie sich für das mobile Leben und Arbeiten entschieden haben und wie sie auf den Hund gekommen sind, haben sie uns in diesem kleinen Interview verraten!

Wie lange lebt ihr schon im Wohnmobil und war war der Auslöser für diese Entscheidung?

Sebastian: Wir sind im Juni 2015 ins Wohnmobil gezogen, leben also jetzt seit knapp 600 Tagen im Wohnmobil. Über das Thema Auswandern hatten wir schon länger nachgedacht. Daraus wurde die Idee, mehr zu reisen, und daraus wiederum ist der Gedanke entstanden, unsere Wohnung aufzugeben, um selbstständig unterwegs zu arbeiten und zu reisen. Das haben wir im Oktober 2014 gemacht. Im Juni 2015 kam dann unser Wohnmobil „Simon“ dazu.

Wie groß ist euer mobiles Zuhause und wer lebt alles darin?

Steffi: Unser Wohnmobil ist 5,90 lang, 2,30 breit und 3,2 hoch. Wir schätzen die Wohnfläche auf 10 bis 11 qm. inkl. Badezimmerchen. Zur Familie gehören wir beide und natürlich unser „Hündchen” Chief. (Anmerkung der Redaktion: Das Hündchen ist ungefähr so groß wie ein halbwüchsiges Araberfohlen :-D)

Wie macht ihr das mit einem nicht gerade schoßhundgroßen Mitbewohner auf so engem Raum? Wer darf im Bett schlafen?

Steffi: Das ist eigentlich ganz einfach: Der Hund liegt immer irgendwie im Weg und wir steigen drüber.
Im Ernst, der Hund platziert sich je nach Tageszeit und Laune an verschiedenen Stellen. Entweder im Fahrerhaus oder unter dem Tisch oder auf der Couch. Dort ist er nicht im Weg. Manchmal aber auch im Gang oder vorm Kühlschrank oder der Badtüre. Wenn es nicht regnet, dann liegt er draußen in seinem Hundekorb oder unter dem WoMo.

Sebastian: Ins Bett kommt er auf jeden Fall morgens um sicherzustellen, dass auch alle wach sind. Wenn es kalt ist, kuschelt er sich auch zu uns – was nicht nur den Hund, sondern auch die Füße vom Frauchen freut.

Was habt ihr in eurem früheren Leben gemacht?

Sebastian: Ich war schon immer selbstständig und Steffi hat bis 2014 als angestellte Medizinisch-technische Laboratoriumsassistentin gearbeitet.

Wie sieht euer Alltag heute aus?

Sebastian: Was fast immer gleich ist, ist die erste Hunderunde, die Steffi übernimmt. Dem folgt das gemeinsame Frühstück im Camper oder je nach Wetter und Ort auch mal davor. Auch gleich ist die letzte Hunderunde, die ich in der Regel übernehme. Die weiteren Runden mit dem Hund mittags/nachmittags und alles andere dazwischen kommt drauf an. Mal sitzen wir am Rechner und arbeiten und machen nur kleinere Spaziergänge als gern genommene Pause. Oder wir halten eine Vorlesung per Internet und es wird etwas am WoMo gemacht. Es kann auch mal eine Wanderung oder ein Ausflug tagsüber stattfinden, oder man schnackt mit den Nachbarn, so denn welche da sind. Wenn einer von uns für Workshops nach Deutschland fliegen muss, ist wieder alles anders. Also im Grunde genommen gibt es bei uns keinen Alltag an sich.

Was hat sich für euch verändert – mental, organisatorisch und emotional?

Steffi: Das Arbeiten unterwegs mussten wir uns gut organisieren, da es sonst anstrengend und chaotisch sein kann. Wir mussten lernen, dass Reisetage keine Arbeitstage sein sollten, weil die neuen Eindrücke auch erst einmal verarbeitet werden müssen.

Sebastian: Das Leben auf so engem Raum 24 Stunden täglich, 7 Tage die Woche macht uns gar nichts aus. Es hat uns näher zusammen gebracht. Wir haben beide schon vorher gelernt, miteinander zu kommunizieren. Vor allem gewaltfreie Kommunikation hat uns geholfen, die letzten knapp zwei Jahre so gut wie nie zu streiten. Mental bringen das Reisen und der ständige Tapetenwechsel viele neue Denkweisen in unser Leben. Wir haben unsere Ernährung verändert und sind kontaktfreudiger geworden. Und vermutlich wären wir ohne unsere Reisen nie auf den Hund gekommen!

Welchen Tätigkeiten geht ihr nach, welche Projekte habt ihr ins Leben gerufen?

Steffi: Ich arbeite im Bereich Social Media als Beraterin und Coach und gebe in diesem Bereich sowie für einen E-Commerce-Kurs Vorlesungen. Außerdem betreibe ich das Haustiermagazin und gemeinsam schreiben wir auf arbeiten-unterwegs.de über unser Leben und was wir lernen oder erleben.

Sebastian: Ich bin als SEO-Berater tätig und helfe Firmen dabei, besser bei Google gefunden zu werden. Auch ich gebe Vorlesungen im Bereich Onlinemarketing und E-Commerce.

Wie organisiert ihr euren Arbeitsalltag im rollenden Büro?

Sebastian: Jeder Arbeitstag endet mit einem Tagesabschluss. Dabei prüft jeder von uns, ob alle Aufgaben geschafft wurden, die geplant waren und plant neue Aufgaben für den kommenden Tag. Dazu führen Wir Aufgabenlisten und arbeiten bei Projekten mit Projektmanagement-Tools.

Seid ihr unterwegs kreativer?

Steffi: Viel kreativer als zu der Zeit, in der wir einen festen Wohnsitz hatten. Der ständige Tapetenwechsel und die vielen interessanten Begegnungen bringen jede Menge neue Ideen und Denkstrukturen mit sich.

Lässt man sich da nicht auch schneller ablenken?

Sebastian: Schneller nicht. Aber die Ablenkungen sind viel mehr geworden. Du triffst so viele nette Menschen, bist an wunderschönen Orten, da fällt das Arbeiten manchmal schwer. Wenn keine festen Termine anstehen, dann kann es schon passieren, dass die Arbeit auch mal ein paar Stunden oder Tage aufgeschoben wird. Da wir versuchen mehr im Hier und Jetzt zu leben, ist das zu diesen Zeiten aber auch nicht schlimm.

Könnt ihr euch ein sesshaftes Leben überhaupt noch vorstellen?

Steffi: Derzeit nicht wirklich. Maximal vielleicht irgendwo ganz weit draußen in der Natur. Aber wenn, dann wo? Es gibt so viele tolle Orte an denen man sich niederlassen könnte… Also wohl doch eher nicht.

Welche sind aus eurer Sicht die Hürden oder „Nervfaktoren” am Nomadenleben?

Sebastian: Die größte Hürde ist das Loslassen des alten Lebens und das dann wirklich mal losfahren. Wenn man das geschafft hat, dann geht es. Vorausgesetzt natürlich, dieses Leben ist für einen überhaupt geeignet. Wenn nicht, nervt vermutlich vieles.

Wie haben sich eure Beziehung und der Umgang mit anderen Menschen durch euer neues Leben verändert?

Unsere Beziehung ist intensiver und wir beide sind kontaktfreudiger geworden. Offener gegenüber fremden Menschen. Und auch hier sind die Beziehungen intensiver geworden.

Welche lustigen oder auch tragischen Momente erlebt ihr in eurem Reisealltag.

Steffi und Sebastian: Viele. Insbesondere viele lustige, seit unser Kasperhund bei uns mitfährt!

Die tragischste Geschichte war ein Mann mit Herzinfarkt auf einem Stellplatz, bei dem wir Ersthelfer waren, ihm jedoch nicht mehr helfen konnten.

Die schönste Geschichte ist die, wie wir zu unserem Hund gekommen sind, die Kurzform: Wir hatten uns entschieden, dass ein Hund nun in Frage kommt und viel recherchiert zur Erziehung, Rassen, Verhalten usw. Wir wollten dann im Sommer in Deutschland in Ruhe nach einem passenden Reisebegleiter suchen. Drei Wochen später mussten wir in der Algarve auf dem Weg nach Lissabon noch einmal waschen und fanden nur einen Stellplatz in der Umgebung mit einer Waschmaschine. Dort angekommen schaute am Eingang ein lustig gezeichneter Hund aus einem Zwinger.

Am Abend saßen wir mit einem anderen Paar, welches uns nachmittags auf dem Platz mit den Worten „Endlich andere Deutsche“ begrüßt hatte, bei dem einen oder anderen Glas Wein. Die Sprache kam auch auf den Hund im Zwinger, der als Welpe im Müll gefunden und aufgepäppelt worden war, der nun aber viel zu groß wurde. Sie suchten gerade ein neues Zuhause für Chief. Obwohl wir uns noch eine Woche Bedenkzeit ausbaten (um vernünftig zu wirken), war die Entscheidung wohl schon während dieses Gesprächs gefallen. Seitdem reist Chief mit uns und wir haben neue Freunde.

Wie stellt ihr euch eure Zukunft vor?

Steffi: So wie jetzt, indem wir unser Leben so leben, dass im Grunde genommen jeder Tag der letzte sein könnte und wir nicht bereuen müssen, etwas nicht gemacht zu haben. Allerdings mit einem Zweithund für Chief und einem Wohnmobil, in dem wir nicht jede Nacht das Bett umbauen müssen… 😉

Was hat euch das mobile Leben bisher gelehrt?

Sebastian: Viel, aber im Kern vor allem diese drei Punkte:

  1. Hast du Angst vor etwas? Frage dich, was das Schlimmste ist, was passieren könnte! Und dann suche eine Lösung dafür.
  2. Du kannst alles, was du willst. Kannst du es nicht, kannst du es lernen.
  3. Und letztendlich musst du es irgendwann einfach machen.

Vielen Dank Steffi und Sebastian, dass ihr uns ein bisschen an eurem unkonventionellen Arbeitsalltag habt teilhaben lassen. Wir freuen uns, bald mehr von euch zu lesen!

Wenn ihr mehr über Sebastian, Steffi und natürlich den zuckersüßen Chief erfahren möchtet, schaut doch mal hier vorbei: arbeiten-unterwegs.de

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