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5 Fragen, die uns häufig gestellt werden

5 Fragen, die uns häufig gestellt werden

Im Wohnmobil zu reisen, das ist nichts Ungewöhnliches. Das wir dauerhaft in einem Wohnmobil leben, wirft allerdings bei manchen Leuten Fragen auf. Inzwischen haben sich dabei fünf Lieblingsthemen herauskristallisiert. Lernen wir unterwegs neue Leute kennen, ist es nur eine Sache der Zeit, bis uns eine oder alle Fragen gestellt werden.

„Wovon lebt ihr denn?“

Die Frage nach der Finanzierung ist wahrscheinlich der Dauerbrenner und wird meist recht schnell und ohne Umschweife gestellt. Wir leben weder von der Hand in den Mund, noch vom Sammeln von Wildpflanzen. Obwohl ich nichts dagegen habe, mir den leckeren Oregano in Griechenland selber frisch zu pflücken. Wir haben uns für den Start unseres mobilen Lebens, zwei Jahre lang ein finanzielles Polster angespart. Anstatt das Geld unbedacht auszugeben, haben wir unsere Ausgaben hinterfragt und darauf geachtet, bewusst zu konsumieren. Dieses Polster hat uns in der Anfangszeit geholfen, entspannt auf das dauerhafte Busleben umzusteigen. Gleichzeitig habe ich damit begonnen, meine selbstständigen Tätigkeiten aufzubauen. Inzwischen verdiene ich mein Geld unter anderem als Texterin und kann arbeiten von wo ich möchte.

„Habt ihr keine Angst?“

Es gibt tausend Dinge, vor denen man Angst haben könnte. Aber wohin würde das führen, außer zu ständiger Anspannung, Sorge und Stress? Zu gar nichts! Wir gehen weder ständig davon aus, dass uns jemand über den Tisch ziehen will, noch unterstellen wir jedem Menschen schlechte Absichten. Im Gegenteil, wir erfahren auf unserer Reise immer wieder aufs Neue, Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft. Grund zur Angst hatten wir bisher noch keinen und ich wüsste auch nicht wovor. Die Welt ist keinesfalls so schlecht, wie es uns die Medien oft glauben lassen wollen. Viel angenehmer und gesünder ist es daher, mit Neugierde zu reisen, statt mir ständiger Angst.

„Wie lange wollt ihr das noch machen?“

Diese Frage folgt meistens auf den ungläubigen Ausruf: „Was? Seit eineinhalb Jahren seid ihr schon unterwegs? Und wie lange wollt ihr das noch machen? Die Antwort darauf ist einfach: Wir machen das so lange, wie es uns gefällt. Da wir ortsunabhängig über das Internet arbeiten können, gibt es für uns keine Notwendigkeit, an ein Aufhören zu denken. Sowohl mein Freund, als auch ich, fühlen uns wohl. Natürlich bringt dieser Lebensstil manchmal Einschränkungen mit sich. Aber für uns überwiegen eindeutig die Vorteile. Manchmal fehlen uns vielleicht eine heiße Dusche oder eine Waschmaschine, dafür haben wir solche Traumstrände, wie diesen in Griechenland, ganz für uns alleine. Wer braucht da noch eine heiße Dusche?

„Wird euch das nicht langweilig?“

Zugegeben, bei der Frage komme ich regelmäßig ins Stutzen. Nicht, weil mir so langweilig ist, sondern weil ich nicht weiß, was ich antworten soll. Während sich der Fragesteller aufgrund meines Schweigens vielleicht wundert, ob ich im Stehen eingeschlafen bin, sinniere ich über die Frage nach.

Was genau soll uns denn langweilig werden?

  • Die faszinierenden Landschaften, die wir in Europa sehen?
  • Die inspirierenden Menschen mit ihren spannenden Geschichten, die wir kennenlernen,?
  • Die unzähligen Möglichkeiten zum Klettern, Wandern, Schwimmen, Joggen oder Spazierengehen?
  • Die unterschiedlichen Kulturen?
  • Wir uns gegenseitig?

Natürlich haben wir auch in unserem Busleben bestimmte Routineabläufe, die sich täglich wiederholen. Diese erleichtern den Alltag und ohne sie wäre es unnötig chaotisch. Dafür kann ich selbst an intensiven Arbeitstagen meine Pausen ganz anders verbringen, als zu Wohnungszeiten. Mal meditiere ich auf einem Felsen, mal spiele ich mit den Hunden im Meer –  von Langeweile ist dabei meilenweit keine Spur.

„Was macht ihr, wenn ihr alt seid?“

Tja, das weiß ich jetzt noch nicht genau. Um das zu beantworten, bräuchte ich eine Glaskugel, die mir die Zukunft vorhersagt. Vielleicht bin ich später wieder sesshaft in einer Wohnung oder einem Haus, vielleicht auch nicht. Und wer weiß, ob ich überhaupt alt werde? Das Leben lässt sich nur bedingt planen und meistens kommt es dann doch anders. Deshalb schaue ich gar nicht so weit in die Zukunft, sondern lebe bewusst im Hier und Jetzt. Außerdem schlägt ja noch das Herz einer Rheinländerin in mir und Rheinländer wissen: „Et kütt wie et kütt und et hätt noch emmer joot jejange“ – „Es kommt, wie es kommt und es ist bisher noch immer gut gegangen“!

Fotos: (c) Nima Ashoff

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