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Reiseziel Spanien: Grünes Kantabrien

Reiseziel Spanien: Grünes Kantabrien

Die “spanische Schweiz”, so könnte man Kantabrien guten Gewissens bezeichnen. Mit seinen schroffen schneebedeckten Bergen und den saftig grünen Wiesen, macht diese Kulisse tatsächlich keinen typisch spanischen Eindruck. Dieses idyllische Ambiente wussten im letzten Jahr auch Filmemacher zu schätzen und haben im kleine Dorf Mogrovejo Teile des neuen Heidi-Films gedreht.

Verständlich, denn hier kommt wirklich Bergfeeling auf. Die urigen Steinhäuser Mogrovejos passen sich perfekt in das Landschaftsbild ein. Bevor wir zu einer 10km langen Rundwanderung aufbrechen, streife ich daher vorher noch einmal durch die hübschen Gassen. Außer uns sind nur eine handvoll andere Besucher unterwegs und das, obwohl das Wetter mit ca. 25 Grad nahezu perfekt ist.

Der Name der leichten Wanderung „Bajo los Picos“ (“Unter den Picos”) ist Konzept, denn die imposanten Berge des Gebirgzuges Picos de Europa haben wir von überall bestens im Blick. Der Weg verläuft durch einen schattigen Laubwald, durch kleine Dörfer und über große Blumenwiesen. Zwischendurch können wir uns immer wieder in einem Bach oder Brunnen erfrischen. Es ist fast zu schön, um wahr zu sein. Die Picos de Europa gehören zu den meistbesuchten Nationalparks in Spanien. Hier leben sogar noch iberische Wölfe und europäische Braunbären, aber auf die treffen wir bei unserer Wanderung natürlich nicht.

Kantabrien hat aber noch weitaus mehr auf Lager, als seine unzähligen Wanderrouten, die von ganz einfach bis richtig anstrengend reichen. Mountainbiken, Kanutouren, klettern und sogar Schneeschuhwanderungen sind hier möglich.

Absolut empfehlenswert ist der Klettersteig „Camaleño“ in der Nähe von Mogrovejo. Die Ausrüstung kann vor Ort geliehen werden und der Guide bei Bedarf direkt dazu. So können auch Anfänger erste Gehversuche in der Vertikalen machen.

Unter der fachkundigen Anleitung von Oscar von PicosXtreme habe ich mich rundum sicher gefühlt und konnte die geniale Aussicht entspannt genießen. Der Höhepunkt dieses Klettersteigs ist die tibetanische Brücke, die unter einem Felsvorsprung verläuft – Nervenkitzel pur. Wem das zu viel ist, der kann auch schon vorher aussteigen, denn der gesamte Klettersteig verteilt sich auf drei Teilstücke.

Kantabrien Küste – wild und grün

Nach so vielen Bergerlebnissen wollen wir nun ans Meer. Gerade noch in den Picos de Europa stehen wir 50km weiter schon an der Küste. Der Weg von führt uns durch die lange und eindrucksvolle Schlucht „Desfiladero de la Hermida“.

Wer diese einmal von oben sehen möchte, sollte unbedingt einen Abstecher zum Aussichtspunkt „Mirador de Santa Catalina“ machen. Der weite Blick auf die vielen Berge, ist diesen Abstecher unbedingt wert. Die Koordinaten43°14’23.0″N+4°34’25.4″W 

An der Küste angekommen, erwarten uns kleine Buchten, wie der Playa de Santa Justa oder der Playa de Tagle. Gerade noch gefühlt in der Schweiz, komme ich mir nun eher vor wie in Irland. Sandstrände, eingerahmt von Wiesen und schroffe Felsen, auch das ist Kantabrien. Auf den Klippen lassen sich wunderbare Spaziergänge machen, von einer Bucht zur nächsten.

Wer lieber direkt am Wasser laufen möchte, für den ist der kilometerlange Sandstrand Trengandín bei Noja genau richtig. Außerhalb der Saison geht es hier selbst bei gutem Wetter, während der Woche erstaunlich ruhig zu. Morgens hatten wir den Strand oft ganz für uns alleine.

Kantabriens Küste ist übrigens auch bei Surfern ein beliebtes Ziel. Der Hotspot schlechthin ist dabei die Hauptstadt Santander. Hier schlagen Surferherzen höher, ob die von Einsteigern oder Profis. Da ich mich mit festem Boden unter den Füßen wohler fühle, belasse ich es lieber beim Zuschauen.

Die beste Reisezeit

Kantabrien, das zwischen dem Baskenland und Asturien liegt, ist nicht das typische Ziel, wenn es um eine Reise nach Spanien geht. Im Vergleich zu anderen Teilen Spaniens regnet es in Kantabrien häufiger, deshalb ist es hier auch so grün. Im Sommer wird es dafür auch nicht extrem heiß, so dass sich die meisten Outdooraktivitäten vom Frühjahr bis in den Herbst ausüben lassen. Trotz seiner enormen Vielseitigkeit ist Kantabrien nicht überlaufen. Gut besucht ist es lediglich von den Einheimischen im August, der spanischen Hauptferienzeit, sowie an den Sommerwochenenden.

Fotos: (c) Nima Ashoff

 

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