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So überlebt dein Camper auch die nächsten 30 Jahre

So überlebt dein Camper auch die nächsten 30 Jahre

  • Bist du dir im Klaren darüber, wie du mit deinem Camper umgehst? Oder ist er einfach nur ein Nutzfahrzeug für dich?

Ich glaube selbst fest daran, wenn man seinen Camper ordentlich behandelt, dass er dir das gleiche auch zurück gibt! Und ganz ehrlich: Ein Camper wächst einem ans Herz und ist früher oder später nicht mehr aus deinem Leben wegzudenken. Mein Balu ist ein 31 Jahre alter VW LT28 Campervan und ich würde behaupten, noch ziemlich gut in Schuss. Aber aus meiner Sicht auch nur durch die gute Pflege, die er erfährt, und den bewussten Umgang über all die Jahre.

Ich möchte dir in diesem Artikel eine Übersicht geben, worauf es bei der Camperpflege ankommt. Zuerst werde ich auf den Camper an sich eingehen – heißt auf all die Dinge, die für die Instandhaltung wichtig sind. Des Weiteren gebe ich dir einen kleinen Einblick in die persönliche Ebene. Dabei möchte ich nicht “spirituell” werden, sondern eher darauf eingehen, wie du persönliche Wertgegenstände und Erinnerungen in deinen Camper integrieren kannst.

Der Camper an sich

Es ist wichtig deinen Camper sauber zu halten: Sowohl von innen, als auch von außen. Ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass du jeden Tag darauf achten musst. Man springt schnell mal mit dreckigen Schuhen in den Wohnraum, oder beim Kochen fallen Kleinigkeiten auf den Boden. Ich denke, es ist extrem wichtig, sich bewusst zu machen, dass der Innenraum der Lebensraum ist. Also frage ich dich, wie würdest du mit deinem Wohnraum umgehen?

Pflege von außen

• Waschtage
Ja, ein Camper oder Van darf außen auch mal dreckig sein, da gebe ich vollkommen recht. Doch wenn bereits Rost o. Ä. zu sehen ist, dann ist es umso wichtiger, ab und zu doch mal den groben Schmutz abzuwaschen. Denn dieser frisst sich mit der Zeit in den Lack und das ist nicht gut! Am besten wäre es jedoch, den Rost zu beseitigen und dann ordentlich darauf zu achten. Also gelegentlich mal in die Waschanlage und fleißig schrubben.

• Reifendruck & Profil
Das ist extrem wichtig, vor allem bei schlechtem Wetter oder auf unebenem Gelände: Der Reifendruck sollte passend zum Gewicht und Fahrzeug befüllt sein. Denn fährst du auf der Straße und es ist zu wenig Druck im Reifen, verbrauchst du erstens mehr Benzin/Diesel und zweitens ist der Abrieb des Gummis höher. Auf unebener Fahrbahn ist ein etwas geringerer Reifendruck nicht schlecht, da so mehr Auflagefläche zwischen Reifen und Boden ist, was einen besseren Halt bedeutet. Wichtig ist also, den Reifendruck und vor allem auch das Profil des Reifens, im Auge zu behalten. Wird das Reifenprofil zu gering, kann es gefährlich werden!

• Kühlwasser
Ist dein Fahrzeug wassergekühlt? Dann musst du unbedingt auf das Kühlwasser achten. Wird dies zu wenig oder geht gar aus, dann nimmt der Motor Schaden. Das wiederum bedeutet, dass dein Fahrzeug nicht glücklich sein wird! Vor allem bei sommerlichen Temperaturen, musst du darauf achten, dass dein geliebter Camper genug Flüssigkeit hat. Ich selbst hatte bei meinem Balu bereits das Problem, dass er bei 40 Grad Celsius in Albanien Kühlwasser verloren hat und ich so ständig nachfüllen musste, damit mir der Motor nicht kaputt geht!

• Motoröl
Ebenso wichtig wie das Kühlwasser – wenn nicht sogar noch wichtiger – ist das Motoröl. Dieses schmiert den Motor und lässt ihn ruhig und flüssig funktionieren. Achte darauf, dass du das passende Öl (10W-40, 15W-40, o.A.) einfüllst und den Ölwechsel nicht vergisst! Beim Ölwechsel solltest du auch an den Ölfilter denken.

• Bremsflüssigkeit
Du willst, dass deine Bremsen richtig funktionieren!? Lass immer die Bremsflüssigkeit von einem Fachmann prüfen oder checke sie selbst mit einem speziellen Testgerät und tausche sie alle zwei Jahre aus. Außerdem musst du regelmäßig überprüfen, dass die Bremsschläuche nicht porös geworden sind. Beachte, dass die Bremsen – ebenso wie der Motor – das Herzstück deines Campers sind. Ohne diese würdest du nicht weit kommen. Und glaube mir, du möchtest nicht, dass die Bremsen versagen, während du einen traumhaften Pass herunter fährst und die Landschaft bestaunst.

• Beleuchtung
Check immer, ob die Beleuchtung deines Campers in Ordnung ist. Du willst ja, dass man dich in der Nacht auf den Straßen nicht übersieht! Außerdem ist es in manchen Ländern Pflicht, das Licht während der Fahrt einzuschalten. Vorher bitte ordentlich informieren, sonst wird es teuer.

• Regelmäßige Wartungen durchführen
Es gibt gewisse Dinge, die regelmäßig durchgeführt werden müssen. So beispielsweise der Zahnriemen. Dieser muss, nach einer gewissen Kilometeranzahl ausgetauscht werden – wann ist je nach Fahrzeug unterschiedlich. Informiere dich deshalb gründlich und achte darauf, dass es deinem Camper gut geht!

Pflege von innen

• Cockpit
Wie sieht das Cockpit in einem Van meistens aus? Richtig, es ist voll mit allen möglichen Reiseerinnerungen, die fleißig aufgereiht werden! Dies wiederum zieht Staub wie ein Magnet an. Aber nicht nur das ist das ‚Problem‘. Auch die meist offenen Fenster – denn wer hat schon eine Klimaanlage – bringen viel Dreck, Tiere und Staub in die Fahrerkabine. Ab und zu solltest du einfach mal den feuchten Lappen oder Feuchttücher nehmen (eine brillante Anschaffung im VanLife! Siehe in meiner Auflistung “9 Dinge, ohne die ich auf Reisen nicht leben könnte“), um das Cockpit von Staub und anderem Dreck zu reinigen. Du wirst sehen, es wird deinem Camper gut tun und dir selbst wird es auch Spaß machen, wenn wieder alles sauber ist! 😉

• Böden reinigen
Über den Wohnraum haben wir schon gesprochen, doch speziell der Boden ist hier der Punkt, auf den besonders Wert gelegt werden sollte. Ich habe immer einen Handfeger an meiner Seitentür liegen, damit ich den anfallenden Schmutz rauskehren kann – wenn ich zum Beispiel mal wieder mit Erdklumpen an den Schuhen in den Camper gestapft bin. Mein Tipp hier: Am besten einfach einmal am Tag durch kehren und du wirst sehen, es fühlt sich toll an!

• Keine Schuhe
Es ist oft schwierig, aber du solltest bewusst versuchen, die Schuhe am Eingang auszuziehen. Erarbeite dir eine Routine und stapfe nie mit Schuhen in den Wohnraum. Vielleicht stellst du dir sogar Hausschuhe am Eingang bereit und wechselst jedes Mal. Es gibt viele Varianten!

• Nasszelle sauber halten
Wenn du eine Nasszelle in deinem Camper hast, dann muss diese gepflegt werden. Feuchtigkeit und Schmutz bringen Bakterien und Schimmel. Deshalb alle paar Tage die Toilette und die Dusche desinfizieren und reinigen. Dies pflegt zum einen die Materialien und zum anderen bleibt alles keimfrei!

• Bettbezüge regelmäßig wechseln
Je nach Ausstattung deines Campers, kannst du am Nachmittag auch mal in deinem Bett liegen. Doch wie in meinem Fall, wird mein Bett nach dem Schlafen eingeklappt und erst zum schlafen am Abend wieder bereit gemacht. Egal welche Variante: Es ist wichtig, Bettlaken und Bettbezüge mindestens einmal die Woche zu wechseln und die Matratze sowie die Bettdecke zu lüften. Denn wenn wir schlafen, schwitzen wir. Diese Feuchtigkeit zieht in das Bett und über die Zeit kann so Schimmel entstehen. Und um ehrlich zu sein, willst du Schimmel in deinem geliebten Camper haben!?

Persönliches

Nicht nur deinem Camper soll es gut gehen und er soll lange leben. Auch für dich selbst sollte das Freiheits- und Reiseerlebnis toll sein. Genau aus diesem Grund ist es ebenso wichtig, dein Fahrzeug nach deinem Geschmack zu gestalten. Oft sieht man Camper bzw. Vans bunt mit Stickern vollgeklebt oder gar das Cockpit voll mit Souvenirs der letzten Reisen. Genau das macht es aus, so fühlt man sich wohl und wird auch unterwegs richtig heimisch.

Persönliche Gegenstände integrieren:

• Bilder / Reiseerinnerungen
Eine gute Stelle, um persönliche Gegenstände im Camper zu integrieren, ist das Cockpit. Ich selbst habe viele Reiseerinnerungen und Karten im Cockpit meines Balus integriert. Zum einen, da dieser Platz für nichts anderes benötigt wird, aber auch, um es zu präsentieren. Es kam auf meinen Reisen schon oft vor, dass Personen stehen geblieben sind, um sich meine ‚Ausstellung‘ anzuschauen. Aber es gibt auch andere Flächen, die oft nicht genutzt werden. So beispielsweise an Schränken oder Küchentüren. Diese könnt ihr ganz leicht umfunktionieren – zum Beispiel als Fotowand oder gar mit einer Farbe (Chalk Paint), die ihr dann mit Kreide beschreiben könnt.

• Schöne Zeichnungen oder eine Spruchwand
Wo wir schon bei Zeichnungen sind: Ein schönes Mandala, coole Sprüche oder einfach eine Landschaft passen immer und machen den Innenraum für das Auge attraktiver. Und wenn es dir nicht mehr gefällt, dann einfach wieder überstreichen 😉 In meinem Balu habe ich eine Wand als Spruchwand umfunktioniert. Hier können sich Besucher verewigen. Jeden, der auf meinen Touren mit uns zu tun hat, lade ich ein, etwas Schönes zu schreiben. So sind schon viele schöne Erinnerungen zusammen gekommen!

Wenn dir dein Camper wichtig ist und du möchtest, dass er noch weitere 30 Jahre überlebt, dann fang an, bewusst mit ihm umzugehen und behandel ihn, wie er es verdient. Gestalte ihn nach deinen Vorstellungen und halte ihn sauber – von innen und von außen.

Verrate mir doch mal, wie lange dein Camper schon in deinem Besitz ist, wie du ihn pflegst und gestaltest!

Fotos: (c) Marcus Breitfeld

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