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Tiny Living, Tiere und eine Terrarium-Treppe

Tiny Living, Tiere und eine Terrarium-Treppe

Licht aus, Treppe rauf und ab ins gemütliche Schlaf-Loft. Dabei kurz auf den Gecko treten. Natürlich nicht in echt! Doch das Tiny Home „Ad Astra“ des US-amerikanischen Unternehmens Rocky Mountain Tiny Houses besitzt ein eingebautes Terrarium – in den Stufen, die zum Schlafzimmer führen. Wie praktisch ist das denn? Und auch an die Katze haben die Architekten mit einem speziellen Feature gedacht. Tierfreundliches Tiny Living!

Mit dem Hund reisen und im Wohnwagen auf kleinem Raum leben, bedeutet meist großes Abenteuer und kleine Nervenzusammenbrüche. Aber am Ende kann man fast immer unbesorgt das Körbchen aufstellen und sicher sein, dass sich die Fellnase irgendwann dort einfindet. Doch wohin mit dem Chamäleon? Gut, das ist jetzt vermutlich eine Frage, die sich nicht viele Camper stellen. Doch Greg Parham von Rocky Mountain Tiny Houses hat sich dennoch etwas einfallen lassen für Kunden, die etwas außergewöhnlichere Haustiere auf kleinem Raum halten möchten.

Eine Treppenstufe für den Gecko und Platz fürs Katzenklo

Das Ad Astra Tiny Home habe ich extra für ein kanadisches Paar designed“, erinnert sich Greg, der in Durango, Colorado, mit Leidenschaft Minihäuser im Kundenauftrag entwirft und selbst baut. „Eigentlich wollten sie damit in Kansas leben. Aber dann kam das Leben dazwischen. Jetzt steht das Haus in Portland, Oregon. Das ist ja das Spannende am Tiny Home – es passt sich dem dazwischenkommenden Leben an.“

Ad Astra ist lateinisch und bedeutet „zu den Sternen“. Und auf dem Weg nach oben zu den Sternen passieren die Besitzer nun jedes Mal eine ganz besondere Treppenstufe, in die Greg ihr kleines, gläsernes Terrarium eingebaut hat. In Tiny Houses ist es typisch, jeden Raum auszunutzen – doch diese Idee ist wirklich ungewöhnlich. „Bei der vierten Stufe kann die Trittfläche abgenommen werden“, erklärt Greg. Unter der fünften Stufe befinden sich dann der Ausgang des Terrariums sowie ein kleines Licht und Löcher für die Belüftung. Neben der praktischen Funktion sieht das Ganze auch noch ziemlich cool aus!
Und falls ihr eine Katze mit an Board habt, hat Greg etwas Extra-Raum mit gesonderter Belüftung unter einer anderen Treppenstufe gelassen, wo ihr das Katzenklo platzsparend und geruchssparend unterbringen könnt.

Wohnliches Design und überraschend viel Platz im Tiny House

Überhaupt hat Greg ein Auge für Design, wenn er seine Tiny Houses baut. Das Ad Astra Tiny Home ist 7,3 Meter lang, 2,4 Meter breit und kann mit einem zweiachsigen Anhänger transportiert werden. Das hellbraune Zedernholz der Außenwände leuchtet warm und gemütlich und den Rahmen der großen Eingangstür hat Greg blau lackiert. Die dekorativen Metallkanten an den Wänden und entlang des Dachs bestehen aus recyceltem Material.

Gleich im Eingang befindet sich der Wohnbereich. Dort findet ihr ein fast zwei Meter langes Sofa mit viel Stauraum unter der Sitzfläche. Gleich daneben steht ein Esstisch mit integrierten Sitzgelegenheiten in Würfelform. Außerdem könnt ihr den Tisch ausklappen, falls Gäste kommen. Oder das Chamäleon ausnahmsweise mal mitessen möchte.

Die Küche hat eine platzsparende U-Form. Das heißt nicht, dass ihr hier auf etwas verzichten müsst, denn es gibt eine große Gefrierkombi, einen Gasofen mit vier Flammen und eine Spüle. Außerdem eine kleine Speisekammer und ein Fenster zum Aufschieben, um Essen im Sommer bequem nach draußen zur Terrasse durchzureichen.

Schlafloft unter dem Dach im Ad Astra Tiny House

Im Badezimmer gibt es Waschtisch, Badewanne und eine Komposttoilette. „Wir haben außerdem versucht, das Bad – für ein Tiny House – verhältnismäßig groß zu bauen“, sagt Greg. Klingt danach, als würde die blauen Flecken beim Hantieren mit dem Duschgel ausbleiben. So könnt ihr also nach dem entspannenden, heißen Bad gleich über die Treppe ins Schlafloft klettern, das sich gemütlich unter dem Dach befindet. Für seine Kunden hat Greg extra einen tiefer gelegten Rahmen für das Bett gezimmert, in dem die Matratze fast ganz verschwindet. Auf der anderen Seite des Raums liegt das zweite Schlafloft mit Queensize-Bett für Gäste. Erreichbar über eine Leiter. Ohne Terrarium. Langweilig.

Die Stromanschlüsse des Tiny Homes entsprechen denen eines Wohnmobils. „Wir habe extra viele Steckdosen verlegt, sodass unsere Kunden zum Beispiel eine Waschmaschine oder einen Trockner zwischen der Treppe und dem Badezimmer nutzen können“, beschreibt Greg. Dann kann dem Gecko schwindelig werden, während er der Wäsche beim Schleudern zusieht.
Das Ad Astra Tiny Home, das Greg extra nach Kundenwunsch gebaut hat, ist kein Serienprodukt und daher nicht einfach im Laden zu kaufen. Aber natürlich könnt ihr sein Unternehmen Rocky Mountain Tiny Houses jederzeit mit euren eigenen Vorstellungen kontaktieren. Das Ad Astra Tiny Home hat von der Planung bis zur Fertigstellung mit der gesamten Einrichtung 64.000 Euro gekostet.

Rocky Mountain Tiny Houses – eine Idee aus der Pleite heraus

Die Idee, ein Unternehmen zu gründen, das individuelle Tiny Homes baut, hatte Greg mehr oder weniger aus Not und Leidenschaft heraus. Schon immer interessierte er sich für minimalistisches Leben. 2011 wurde er auf die Tiny-Home-Bewegung aufmerksam. Ein Freund schickte ihm einen Link mit einem Artikel über einen Mann, der in einem Minihaus wohnte. „Das hat mich gepackt“, erinnert sich Greg. „Ich fand das simple Leben schon immer spannend. Und ich war total pleite.“ Greg entschied sich, sein eigenes Tiny Home zu bauen – auch, weil er es für den günstigsten Lebensstil in seiner Situation hielt. „Und schon am nächsten Tag war ich so begeistert von der Sache, dass ich mir überlegt habe, ein Unternehmen daraus zu entwickeln.“ Daraus wurde dann im April 2013 offiziell seine Firma Rocky Mountain Tiny Houses. „Ich lebe meinen Traum“, sagt Greg.

Fotos (c): Rocky Mountain Tiny Houses

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